
Shani war das dritte Kind der Bid-hamra Familie, die eine Feigenplantage in Uluaki besaß. Ihr Geburtsjahr ist nicht bekannt, aber man nimmt an, dass sie etwa 200 Jahre nach der Gründung des Königreichs geboren wurde. Schon als Kind zeigte sie ein natürliches Talent für die Magie und unterhielt sich und die anderen Kinder mit Lichtspielereien oder damit Gegenstände schweben zu lassen.
Shani wurde zu einem lokalen Magier in die Lehre geschickt und obwohl sie eine schwierige Schülerin war, erregte sie als Jugendliche die Aufmerksamkeit der Akademie von Oktarr und wurde dort als Studentin zugelassen.
Nach nicht einmal zwei Jahren verließ sie allerdings die Akademie schon wieder. Ihre Leistungen dort und der Grund für den Abbruch ihrer Studien sind nicht bekannt, die Archive von Oktarr sind den Historikern stets verschlossen geblieben.
Shani Bid-hamra nahm sich eine Wohnung in einem Ort westlich von Ektabul und begann dort gefährliche Riten vorzubereiten. Sie beschwor eine großen Dämonen und handelte einen Pakt mit ihm aus: ewige Jugend im Tausch gegen ihre Seele, zahlbar nach 100 Jahren und einem Tag. In der folgenden Nacht beschwor sie einen Teufel und schloss auch mit ihm einen Pakt: im Austausch gegen magische Macht würde er zu ihrem Tod oder nach 100 Jahren ihre Seele erhalten.
In den folgenden 100 Jahren blieb Shani selten lange an einem Ort. Im Jahr 253 Taucht sie in den Historien der Zwerge von Hulthren auf, nachdem sie eine ihrer Karawanen aus einem Schneesturm gerettet hatte. 279 war sie Teil der Abenteurergruppe die den Tyrannen von Ossmort stürzte. Historiker sind sich sicher, dass es sich bei der Piratenkapitänin Katzenauge, die die Gewässer um die Salzinseln unsicher machte, um Shani Bid-hamra handelte. Dies bringt sie auch mit dem Diebstahl des Heiligen Apfels des Mortae aus dem Tempel in Andun in Verbindung.
Zahlreiche weitere Geschichten und Legenden aus dieser Zeit enthalten eine Magierin die plötzlich auftaucht, großes vollbringt und ebenso plötzlich wieder verschwindet, liefern aber keinen Namen oder eine Beschreibung die eindeutig auf Shani schließen ließen. Was ihr übergeordnetes Ziel bei all diesen Reisen bleibt unklar.
Was jedoch bekannt ist, ist dass sie zum Ablauf ihrer Pakte nach Uluaki zurück kehrte, in des selbe Haus, in dem sie sie einst geschlossen hatte. Dämonen und Teufel sind seit jeher verfeindet und diese beiden erhoben jeweils Anspruch auf die gleiche Seele. Der Streit artete schnell in Gewalt aus, Flammen und dunkle Magie verwüsteten das Haus. Schließlich gelang es dem Teufel die weltliche Gestalt des Dämons zu zerstören, nur um im nächsten Augenblick selbst zurück nach Hel gezwungen zu werden, als Shani ihn mit all ihrer Macht von Hinten angriff.
Nachdem sie ihre Seele vorerst bewahrt hatte, sammelte Shani Bid-hamra eine Gruppe von Akolyten um sich, mit deren Hilfe sie einen Turm in der Wüste im Süden von Uluaki errichtete.
Der lokale Baron schickte einen Abgesandten um nach dem Rechten zu sehen, doch er wurde am Tor abgewiesen. Der Baron informierte den König, dass jemand einen Teil seines Lands in Besitz genommen hatte und sich der feudalen Kontrolle entzog. König Hakim von Uluaki schickte ein Bataillon seiner Soldaten um die Kontrolle wieder herzustellen das jedoch von Shani Bid-hamra ausgelöscht wurde.
Danach reiste die Magierin nach Ektabul und betrat allein den königlichen Palast. Was sie dort mit dem Herrscher beriet ist nicht bekannt, aber nach diesem Gespräch wurde der Turm von der Krone nicht mehr behelligt.
In den folgenden Jahren führten Shani Bid-hamra und ihre Mitstreiter Experimente mit Marseyas Licht durch. Sie erweckten Golems und statteten sie mit Spiegeln aus um das Licht zu bündeln und auf eine Kammer im Turm zu richten. Die ersten Spiegel waren aus Bronze, später erfanden sie Spiegel aus versilbertem Glas wie sie heute in ädnir weit verbreitet sind. Das Ziel dieser Experimente ist unbekannt, es gibt lediglich Augenzeugenberichte, dass Shani Bid-hamra selbst manchmal im Fokuspunkt stand, von allen Seiten gebadet von Licht.
In dieser Zeit begannen auch die Angriffe von Dämonen auf Bid-hamras Magierturm. Ihr Paktgeber peitschte geringere Dämonen auf, um seinen Anspruch auf ihre Seele durchzusetzen während sein eigener Körper in Hel regenerierte. Die Bewohner des Turms bauten in gleichem Maße Abwehrmaßnahmen auf und töteten die weltlichen Körper der Angreifer. All das schreckte die allgemeine Bevölkerung weiter ab sich dem Turm zu nähern.
Im Jahr 348 und dem folgenden blieben die Regenfälle in Uluaki fast vollständig aus und das Land erlebte eine schwere Dürre. Selbst der [große Fluss in Uluaki] war an vielen Stellen ausgetrocknet und zwei Ernten hatten nur einen Bruchteil der üblichen Erträge eingebracht. Die Bevölkerung hungerte, Preise schossen in die Höhe, manche flohen das Land und Bauern hatten begonnen ihr Saatgetreide zu essen.
Wael al-Dadouh war ein junger Hirsebauer im Süden von Uluaki der vor dieser Entscheidung stand: in diesem Jahr verhungern, oder Nichts zu haben, was er im nächsten Jahr anbauen könnte. In seiner Verzweiflung machte er sich auf den Weg zu Shani Bid-hamras Turm, um die mächtige Magierin um Hilfe anzuflehen. Er transportierte seinen Wagen mit Saatgut durch das Land voller hungriger Menschen, dann durch die dämonengeplagte Einöde und klopfte schließlich mit zitternder Hand an die Pforte des Magierturms.
Zu seiner überraschung war Shani Bid-hamra schnell bereit ihm und der Bevölkerung zu helfen. Ihre Akolyten zogen los und riefen die Bauern des Landes in die Hauptstadt während ihre Meisterin und al-Dadouh direkt dorthin fuhren. Auf der Fahrt sprach Shani zahlreiche Zaubersprüche auf kleine Mengen des Getreides, andere behandelte sie mit alchemistischen Tränken oder mystischen Ritualen.
Bis sie ihr Ziel erreichten hatte sie ihre Methode perfektioniert und Shani Bid-hamra und ihre Helfer begannen das Saatgut derjenigen zu segnen, die mutig oder verzweifelt genug waren, sich der verrufenen Magierin anzuvertrauen. Die verzauberte Saat keimte selbst im trockensten Staub unter erbarmungsloser Sonne und brachte innerhalb von Wochen reiche Ernte. Die Nachricht verbreitete sich rasch und immer mehr Menschen setzten auf das magische Korn. Die Hungersnot war gebrochen und Shani Bid-hamra kehrte kehrte in ihren Turm zurück, ihr Ansehen stark verbessert.
Im folgende Jahr hatte das Getreide den Großteil seiner übernatürlichen Potenz verloren, doch in den trockensten Gebieten im Süden von ädnir wird bis heute Shanis Hirse angebaut. Im folgenden Jahr kehrte der Regen zurück und mit ihm das normale Leben für die Bevölkerung. Nur nicht für Wael al-Dadouh, er gab seinen Hof auf und ging mit der Magierin.
Auf Shanis Anwesen entwickelten sich die Dinge zum Schlechteren. Dort anzugreifen entwickelte sich zum liebsten Zeitvertreib vieler Dämonen und die Grenze zwischen der materiellen Ebenen und Hel wurde immer weiter zerlöchert. Die Turmbewohner entwickelten mächtige Zauber und tödliche Fallen um den Dämonen Herr zu werden. Shani Bid-hamra selbst schichtete unzählige Schutzzauber auf ihren Körper und ihre Rüstung, die sie in diesen Jahren niemals ablegte.
In 366 griff Shanis wiederhergestellter Paktgeber mit einer Gruppe geringerer Dämonen an. Er zerstörte zahlreiche der Spiegel um den Turm und zerriss viele der Schutzzauber bevor er von einer gewaltigen Explosion zerrissen wurde, die in weiten Teile von Uluaki zu spüren war, und er erneut in seine Heimat verbannt wurde.
Shani Bid-hamra platzte der Kragen. Sie öffnete ein Portal nach Hel um das übel an der Wurzel zu beseitigen. Viele dort flohen im Angesicht ihres Zorns, wer sich ihr entgegen stellte wurde zerstört. Sie fand ihren Paktgeber in seinem Palast und die Halle erbebte unter der Macht ihrer Zauber. Bald waren die Helden die sie begleitet hatten Tod, aber nichts was der Dämon ihr entgegen warf konnte Shani töten. Nach Stunden langem Kampf verließen ihn die Kräfte, Shani warf ihn zu Boden und riss ihm das schwarze Herz aus der Brust. Der große Dämon war für immer besiegt.
Doch ihr Triumph war nur von kurzer Dauer; Valduran, der Herrscher aller Dämonen, duldet nicht, dass man in sein Reich eindringt und seine Diener tötet. Um diesen Punkt unmissverständlich zu machen erschien er persönlich. Er ergriff Shani, warf sie aus Hel und versprach ihr den Tod, sollte sie jemals zurück kommen. Dann verfluchte er Shani Bid-hamra; sollte ein einziger Sonnenstrahl ihre Haut berühren würde sie auf der Stelle sterben.
Shanis Anhänger packten ihren schwer verletzten Körper in einen Sarg, versiegelten ihn mit Pech und wickelten ihn in mehrere Lagen schwarzen Samt. Als ihr Leib zurück auf die materielle Ebene geschleudert wurde hatte er ein Loch in die Realität gerissen und mehr Dämonen als je zuvor griffen den Turm an. Da ihre Meisterin außer Gefecht gesetzt war und viele ihrer besten Krieger bei dem Angriff auf Hel gefallen waren mussten die Bewohner den Magierturm aufgeben.
Sie zogen in die große Wüste Schard und verschwanden dort von der Oberfläche und aus der Geschichte. Seither hört man nur immer wieder Gerüchte von einer ewigen Königin, die in gewaltigen Höhlen unter der Wüste herrschen soll, aber niemand konnte bisher einen Beleg für ihre Existenz erbringen.
Shani Bid-hamras Magierturm liegt weiterhin verlassen, trotz der zahllosen Geheimnisse und mächtigen Artefakte die ohne Zweifel in seinem Inneren verborgen sind. Die Grenzen zwischen den Ebenen sind immer noch dünn und Dämonen treiben ihr Unwesen. Schlimmer noch sind die Fallen im Inneren die zu ihrer Abwehr geschaffen wurden. Viele Abenteurer haben versucht den Turm zu plündern, aber niemand hat es geschafft weit hinein zu kommen und ihn wieder lebend zu verlassen. Nur die Spiegel und Golems die einst den Turm umgeben hatten sind heute alle gestohlen.